Alfons Hester
1) Aus welchem Land stammen Sie? und 2) Was haben Sie studiert?
Ich bin in Deutschland geboren und habe an der TU-Clausthal mein Diplom in Mathematik mit Informatik gemacht.

3) Was hat Sie dazu bewogen dieses Studium aufzunehmen?
Seit meiner Kindheit hat mich an Mathematik immer das Geheimnisvolle („komische" Zahlen wie pi, die leere Menge, unendlich große Mengen und noch „unendlichere" Mengen), Schöne (Symmetrien, Schneeflocken, Mandelbrot und Juliamengen, Game of Life) und Universelle (Primzahlen, Nullstellen, …) begeistert. Als es dann noch möglich wurde, auch privat über einen Computer zu verfügen, konnte man
dann auch einen Teil dieser Welt „zu Fuß" erforschen (errechnen von Mandelbrot- und Juliamengen, Game of Life, 3D-Darstellung von Funktionen, …)

4) Wie sind Sie zu AmbiProbe gekommen?
Da AmbiProbe auch einen informationstechnischen Anspruch hat und ich in den vergangenen Jahren verschiedenste Software für unser Institut entwickelt habe war und ist AmbiProbe für mich ein sehr interessantes Projekt.

5) Teilprojekt
Ich arbeite im Teilprojekt C3.

6) Welches Ziel hat ihr Forschungsprojekt?
Das Ziel von C3 besteht in der Entwicklung von Software zur Strukturaufklärung, dazu greift man auf Bekanntes zurück, das in irgendeiner Form verfügbar gemacht werden muss und entwickelt Algorithmen die bei der Strukturaufklärung helfen. Dies soll „AmbiBASE" nun für AmbiProbe und seine Projektteilnehmer leisten.

7) Mit welchen anderen Projekten arbeiten Sie innerhalb und außerhalb von AmbiProbe zusammen?
Da AmbiBASE so gedacht ist, dass sie auch „fremder" Software Ergebnisse auf deren Anfragen mitteilen können soll, besteht zur Zeit ein enger Zusammenhang zu unserer Imaging Software Mirion V2. Zum Einen dient Mirion V2 dabei als Testumgebung. Zum Anderen gewinnt Mirion durch AmbiBASE auch an Funktionalität.

8) Womit beschäftigen Sie sich aktuell?
Aktuell beschäftige ich mich mit den Schnittstellen zur Interaktion mit der Datenbank- und Analysesoftware AmbiBASE. Ferner werden zur Zeit weiterführende Analyse- und Auswerteroutinen implementiert. Außerdem entwickle ich mit Kollegen die Steuersoftware zur entwickelten Hardware die für eine Messung erforderlich ist.

9) Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?
Ein typischer Arbeitstag besteht bei mir aus verschiedensten Aufgaben: Pflege des Datenbestandes, Verfügbarkeit der Server sicherstellen (Hardware, Netzwerk), Weiterentwicklung bestehender und Implementierung neuer mathematischer Analysefunktionen, Entwickeln und Testen von Schnittstellen, Suchen von Lösungen zu Fragen die sich aus Wünschen der Projektpartner ergeben, usf.

10). Was macht die Arbeit interessant?
Es wird nie langweilig. So müssen z.B. verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion mit AmbiBASE implementiert und dann auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft werden. Dazu war und ist es nötig verschiedene Szenarien zu entwerfen und zu testen.
Das Spannende daran kann man vielleicht an Hand folgender Fragen und deren Lösungsmöglichkeiten nachempfinden:
Welche (Kommunikations-)Schnittstellen gibt es zur Zeit lokal und weltweit? Wie lassen diese sich implementieren und nutzen? Welchen Aufwand hat ein „externer" Nutzer vermutlich bis er die Ressource AmbiBASE erfolgreich verwenden kann? Wei kann man diese Aufwand reduzieren bzw. automatisieren? Wie transparent gestaltet sich die Nutzung der Schnittstellen für ihn? Wie kann jemand den Datenbestand von AmbiBASE für seine Fragen erweitern?

11) Welche wissenschaftliche Vision haben Sie?

Für C3 und das Projekt möchte ich, dass AmbiBASE bald eine gemeinsam nutzbare offene Plattform sein wird, die es allen Projektteilnehmern mit ihren unterschiedlichen Software- und Betriebssystemumgebungen ermöglicht auf möglichst einfache und nachvollziehbare Weise eigene und andere Daten auf dieser Plattform nutzen zu können und, sich der dort implementierten Auswerte- und Suchalgorithmen bedienend, hilfreiche Antworten für ihre eigenen Fragen zu erhalten.